11 Fragen, 11 Antworten … unsere Trainer stellen sich!

Wir nutzen die fußballfreie Zeit, um Euch auch weiterhin Einblicke in unsere Nachwuchsarbeit zu geben. Mit dem Format „11 Fragen, 11 Antworten“ stellen wir Euch nach und nach unsere Trainer, Co-Trainer, Betreuer und Mitarbeiter vor.

Heute steht uns U14-Trainer Sebastian Wieland Rede und Antwort. Neben seiner Trainertätigkeit zeichnet er auch für das Scouting in unserem Nachwuchszentrum verantwortlich.

1.) Wie sieht Dein persönlicher Alltag während des Lockdowns aus?

SW: Da ich meinen Job auch sehr gut von Zuhause machen kann, habe ich zuletzt aus dem Home-Office gearbeitet. Anschließend habe ich mir sehr oft mein Mountainbike geschnappt und bin durch den Siegkreis und das angrenzenden Bergische Land gefahren. Für dieses Hobby fehlt mir sonst leider etwas die Zeit.

Darüber hinaus stehe ich im regelmäßigen Austausch mit den Trainerkollegen der U12 bis U19, da ich ja auch für das Scouting verantwortlich bin. Die Kaderplanungen in unseren Teams befinden sich zurzeit in der finalen Phase.

2.) Was fehlte Dir, abgesehen vom Fußball aktuell am meisten?

SW: Am meisten fehlt mir natürlich der persönliche Kontakt zu den Mitmenschen. Darüber hinaus fehlt es mir auch, mal mit Freunden Essen zu gehen oder sich in einer größeren Gruppe zu treffen. Auf Dauer reicht einem der Kontakt über Handy oder via Skype nicht mehr aus. Am Anfang war das noch ganz lustig, aber irgendwann …

3.) Was macht für Dich den FC Hennef 05 „besonders & gut“?

SW: Bevor ich zum FC Hennef 05 gekommen bin, habe ich bereits für kleinere Vereine gearbeitet. Dort gab es diesen intensiven Austausch und die Zusammenarbeit, wie hier in Hennef unter den Trainerkollegen nicht. In unserem Trainerraum wird vor und nach dem Training ausgiebig gefachsimpelt.

Auch jetzt, in Zeiten wo man nicht den persönlichen Kontakt am Platz hat, tauscht man sich oft aus was die Kaderplanung angeht, oder die Hausaufgaben für die Spieler. Die Zusammenarbeit, der respektvolle Umgang unter den Trainern, aber auch der Austausch von neuen Ideen ist für mich besonders wichtig.

In anderen Vereinen habe ich oft erlebt, dass die Trainer nur auf ihr eigenes Team schauen und man mit seinem Team eine Insel im Verein darstellt. Beim FC Hennef 05 schaut jeder auch über den Tellerrand hinweg. Bei internen Schulungen und Trainersitzungen wird eine gemeinsame Strategie für die gesamte Jugendarbeit entwickelt.

4.) Die Corona Pandemie ließ nun einige Wochen keinen Trainings- und Spielbetrieb zu. Wie hast Du die aktuelle Situation empfunden?

SW: Die aktuelle Situation ließ sich für mich ganz gut aushalten. Teile meiner Familie, die in anderen Ländern der Erde leben hat es wesentlich härter getroffen. Dort gibt es einen kompletten “Shut down” und man darf nur eine Stunde am Tag vor die Türe. Wenn man das betrachtet, geht es uns in Deutschland recht gut.

Trotzdem muss ich sagen, dass der “Alltag” gerne wiederkommen darf, weil man gewisse Dinge einfach vermisst. Fußball, Freunde und Familie stehen da ganz oben.

5.) Du trainierst aktuell die U14 beim FC Hennef 05. Wie hast Du den Kontakt zu den Spielern gehalten?

SW: Solange wir kein Training hatten, habe ich telefonischen Kontakt zu den Spielern gehalten, zum Beispiel um Fragen zu den “Hausaufgaben” zu beantworte. Natürlich haben wir auch schon über die neue Saison gesprochen. Darüber hinaus ereilen mich Fragen von Spielern aber auch Eltern, die gerne wissen wollen wie die Saison weitergeht oder ob sie überhaupt weiter geht. Hier steht man auch gern zur Verfügung um gewisse Dinge zu “erklären”.

6.) Hast Du den Jungs Trainingspläne an die Hand gegeben, oder wie haben sich die Spieler fit gehalten?

SW: Ja, unsere Spieler haben zum einen Pflichtaufgaben, die sie während der Pause durchziehen müssen, zum anderen gibt es aber auch “Fun Challenges” die die Jungs freiwillig mitmachen können. Sie bekommen ein bis zwei Aufgaben pro Woche gestellt die dann binnen 24-48 Stunden erfüllt sein müssen. Nach Corona gibt es hierfür dann den einen oder anderen Sachpreis für die Sieger.

7.) Würdest Du nach Corona eine Fortsetzung der „laufenden“ Saison befürworten oder sollte man bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs komplett neu starten?

SW: Ich denke Allgemein gesehen macht ein Abbruch der aktuellen Saison am meisten Sinn für alle. Spieler, Vereine und Funktionäre hätten dann endlich Planungssicherheit. Vor allem für Vereinswechsel und für die folgende Saison würde dies von Vorteil sein.

Für uns in der U14, wünschte ich mir eine Fortführung der Saison, da sich unser Team eine sehr gute Ausgangsposition für die Regionalliga-Qualifikation erspielt hat und sich natürlich gerne mit dem sportlichen Aufstieg hierfür belohnen würde. An oberster Stelle muss aber zunächst gewährleistet sein, dass es kein gesundheitliches Risiko birgt, die Saison fortzuführen.

8.) Unabhängig von der noch ausstehenden Verbandsentscheidung zu Frage 7, wie sehen Deine Pläne für die nächste Saison aus?

SW: in der kommenden Spielzeit möchten wir mit diesem Team da weiter machen, wo wir am zweiten Spieltag der Mittelrheinliga aufgehört haben. Das bedeutet unter anderem, dass wir weiterhin schönen Offensivfußball zeigen wollen und jeden Spieler im Team weiterentwickeln möchten. In diesem Jahr haben bereits zwei Spieler den Sprung ins NLZ geschafft, was mich persönlich für die Jungs sehr freut. Das nächste große Ziel ist nun, die neuen Spieler zu integrieren und wieder eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu schicken.

9.) Wie ist der Stand der Kaderplanungen bei den 2006ern?

SW: Wir befinden uns derzeit in der Kaderplanung und in den Übernahmegesprächen. Auch einige externe Spieler, die uns qualitativ nach vorne bringen, haben uns bereits zugesagt.

Ich sehe den Jahrgang 2006 für die kommende Spielzeit recht gut aufgestellt. Wir sind sehr froh, dass uns der größte Teil des jetzigen Kaders erhalten bleibt, da wir die Entwicklung jedes Einzelnen positiv sehen.

10.) Was war Dein bisher schönster Moment, Dein schönstes Erlebnis als Trainer?

SW: Puuuuuh, ganz knifflige Frage … in zwölf Jahren als Jugendtrainer hat man die ein oder andere Schlacht geschlagen und ich denke da waren sehr viele Ereignisse dabei die man nicht vergisst. Trotzdem möchte ich ein paar Momente mal hervor heben.

Unter anderem bleibt mir mein erstes Team, dass ich in der F-Jugend des SV Bergheim übernommen habe in besonderer Erinnerung. Mit den Spielern bin ich bis in die U12 gegangen. Hier hat man seine ersten Turniere und Testspiele aber auch Meisterschaften als Trainer erlebt. Einige Jahre später, als ich den Jahrgang 2001 beim JFC 09 Mondorf-Rheidt übernommen habe, konnte ich zusammen mit meinem damaligen Trainerkollegen Martin Sistig den haushohen Favoriten FC Hennef 05 im Qualifikationsturnier zur Bezirksliga rauswerfen. Das war damals eine echte Sensation und da wir uns im Elfmeterschießen durchsetzen konnten war die Spannung kaum zu überbieten. Im Anschluss feierten wir mit dem Team und freuten uns über den Aufstieg.

Auch wenn es am Ende nicht zur Mittelrheinmeisterschaft reichte erinnere ich mich sehr gerne an das Mittelrheinfinale mit der U14 (seinerzeit Jahrgang 2003) des FC Hennef 05 gegen den Euskirchener TSC, da es für mich als Trainer schon eine besondere Erfahrung war. Ich erinnere mich noch zu gut, wie wir uns damals in der Kabine auf dieses Spiel eingeschworen haben. Von Beginn an merkte man, dass jeder Spieler bis in die Haarspitzen motiviert war und auf den Anpfiff brannte. Ich werde diesen Moment so schnell nicht vergessen als wir im Kreis standen und uns einstimmten und wenige Sekunden später gemeinsam auf den Platz marschierten.
Ich denke auch die laufende Saison hat schon so einige schöne und ereignisreiche Momente mitgebracht aber ich möchte es bei diesen drei Momenten erstmals lassen

11.) Drei Wünsche für die Zukunft:

SW: Geduld für die aktuelle Situation und vor allem Gesundheit und Gesundheit. Ich denke mehr braucht man sich aktuell einfach nicht wünschen, da alles andere nebensächlich ist.

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