Interview mit Lars Lokotsch – ehemaliger Juniorenspieler FCH – aktuell Spieler des FSV Zwickau (3. Liga)

MP: Hallo Lars, schön, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns ein Interview zu geben. Wie geht es Dir?

LL: Mir geht es sehr gut, danke. Fußballerisch läuft es derzeit sehr gut, weil wir in Zwickau einen sehr positiven Rückrundenauftakt mit drei Siegen aus fünf Spielen hatten.

MP: Du spielst aktuell beim FSV Zwickau in der 3. Liga und Ihr befindet Euch im Mittelfeld der Tabelle. Spiegelt das im Großen und Ganzen die Erwartungshaltung des Vereins wider, oder hattet Ihr Euch mehr erhofft?

LL: Das Ziel des Vereines ist es den Klassenerhalt zu erreichen. Wenn man sich die 3. Liga auch dieses Jahr wieder anschaut, dann sieht man viele Vereine, die eigentlich gar nicht in diese Liga gehören und mit einem dementsprechend großen Etat in die Saison gehen. Trotzdem spielt der FSV jetzt schon viele Jahre in der 3.Liga, dennoch geht es für uns nur um den Klassenerhalt.

MP: In der laufenden Spielzeit sehen wir Dich wesentlich häufiger in der Startelf als in der Vorsaison, was uns natürlich sehr freut. Woran machst Du das persönlich fest?

LL: Meines Erachtens konnte ich mich weiterentwickeln und habe die Spielweise des FSV mehr verinnerlicht.

MP: Mit Ronny König hast Du ein Stürmer-Urgestein an Deiner Seite, der über unfassbar viel Erfahrung verfügt. Inwieweit profitiert man von einem solch erfahrenen Spieler?

LL: Ich glaube, dass man von einem Spieler, wie Ronny König, enorm viel lernen kann. Mit seinen 38 Jahren ist er ein Vorzeige-Profi, der schon alles in seiner Karriere erlebt hat. Insbesondere von seinem Kopfballspiel und der Art und Weise, wie er die Bälle vorne sichert und festmacht, konnte ich mir viel abschauen.

MP: Vor Zwickau hattest Du ja die eine oder andere weitere spannende Station in Deiner Karriere. Besonders Dein Engagement beim Livingston FC in Schottland war für den außenstehenden Betrachter etwas überraschend. Wie ist es seinerzeit dazu gekommen?

LL: Wir sind 2019/2020 mit dem SV Rödinghausen Meister in der Regionalliga West geworden. Allerdings blieb uns der Aufstieg in die 3.Liga verwehrt, weil der Verein die, zu dem damaligen Zeitpunkt vom DFB vorgegebenen Voraussetzung für eine Teilnahme am Spielbetrieb der 3.Liga, nicht erfüllen konnte (u.a. bspw. eine Zuschauerkapazität im eigenen Stadion von 10.000 Plätzen). Danach haben leider unser Trainerteam, um Enrico Maaßen, und etliche Spieler den Verein verlassen. Im Sommer erhielt ich dann über meinen damaligen Berater die Möglichkeit in der ersten schottischen Liga zu spielen und habe diese Challenge gerne angenommen, weil der FC Livingston sehr professionell aufgestellt ist. Ich fand Schottland von Beginn an extrem spannend. Außerdem sah ich auch die Chance, mich als Mensch in einem neuen Umfeld weiterzuentwickeln und mein Englisch weiter zu verbessern.

MP: Welche besonderen und wertvollen Eindrücke und Erfahrungen hast Du aus Deiner Zeit auf der Insel für Dich mitnehmen können?

LL: Ich habe in Schottland auf einem sehr hohen professionellen Level Fußball spielen können. Zudem habe ich auch gelernt, was es heißt Profi-Fußballspieler auf der Insel zu sein. Damit meine ich eine deutlich höhere Trainingsintensität als in Deutschland und unzählige Stunden im Kraftraum. Die sportlich einschlägigsten Erlebnisse waren für mich die Auswärtsspiele gegen Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers unter Trainer Steven Gerrad. Des Weiteren durfte ich ein wunderschönes Land, dessen Kultur und deren sehr herzliche Menschen kennenlernen.

MP: Auf Deine Zeit im Hennefer Nachwuchs zurückblickend, gibt es eine besondere Erinnerung, einen besonderen Trainer oder ein besonderes Erlebnis, an das Du gerne zurückdenkst?

LL: Ich habe sehr schöne 10 Jahre im Hennefer Nachwuchs verbracht, die leider ein abruptes Ende genommen haben. Dennoch erinnere ich mich sehr gern an meine alten Mannschaftskammeraden zurück, mit denen ich meine gesamte Jugend in Hennef verbracht habe. Auf und neben dem Platz haben wir immer sehr viel Spaß gehabt. Mit vielen von den Jungs des 1996iger Jahrgangs habe ich immer noch guten Kontakt und uns verbinden viele schöne Erfahrungen. Für mich persönlich hatten wir unsere beste Zeit in der C-Jugend mit einer wirklichen geilen Mannschaft, mit der wir in die Regionalliga aufgestiegen sind und sowohl Vize-Mittelrheinmeister als auch Vize-Mittelrheinpokalsieger geworden sind.

MP: Zu guter Letzt: Wir haben in Hennef, wie Du weißt, immer wieder außergewöhnlich talentierte Nachwuchsspieler. Hast Du einen Dein Tipp für diese Jungs?

LL: Das allerwichtigste ist, dass man die Liebe am Fußball nie verliert und sich diese auch nicht von irgendwelchen Umständen, seien es Trainer etc., nehmen lässt. Man muss das, was man Tag ein und Tag aus macht, gerne machen. Wenn man das Ziel hat Profi zu werden, dann muss man viel mehr trainieren und investieren als die anderen. Ohne harte Arbeit wird auch der talentierteste Spieler den Sprung in den Profi-Fußball nicht schaffen. In jungen Jahren sollte man insbesondere an seiner Technik arbeiten, weil diese letztendlich immer den Unterschied macht.

MP: Lieber Lars, nochmal besten Dank für Deine Zeit und wir drücken Dir aus Hennef alle Daumen für Deine weitere Entwicklung und alles was da noch kommen mag.

LL: Vielen lieben Dank! Ich drücke dem FC Hennef weiterhin die Daumen und wünsche dem Verein nur das Beste.

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